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Züri Metzgete ist wieder zu Hause

Am 6. September tourt die Züri Metzgete durchs Unterland, die Region, in der sie vor 99 Jahren erstmals stattfand.
Start-, Ziel- und Festort für zahlreiche Hobbyradsportler wird heuer wieder Buchs sein.

Rege03zu31zuerimetzgetensberger, Siglistorfer, Züri Metzgete: Kaum einem Velofahrer oder einem radsportbegeisterten Zuschauer, dem bei diesen Namen nicht die Augen feucht, der Mund trocken und die Wädli hart werden. In etwas mehr als einem Monat, am Sonntag, dem 6. September, ist es wieder so weit. Nach langer Abwesenheit findet die Züri Metzgete heuer nach 2008 zum zweiten Mal in ihrer Heimat statt. Wenn nichts dazwischen kommt, soll das auch in dennächsten Jahren so bleiben.
Die Strecke durchs Zürcher Unterland gilt, seit der ersten Austragung des traditionellen Radsportereignisses 1910, als Urrunde. Gestartet wurde damals in Schwamendingen. Die Runde der «neuen» Züri Metzgete beginnt und endet in Buchs.

Keine Profis – kein Dopingskandal

Wieder zu Hause, ist aus dem ehemaligen Profirennen nun ein gesellschaftliches Grossereignis, besonders für Hobby- und Nachwuchssportler, geworden. Die Züri Metzgete darf heute in einem Atemzug mit den grossen Volksradrennen im deutschsprachigen Raum genannt werden. Entsprechend ist ihre Anziehungskraft in der Szene. Sich auf derselben Strecke zu quälen, wie einst Armstrong, Ulrich oder Rominger – und das ohne verbotene Mittel in den Adern – ist in Radlerkreisen beliebt. Die Abwesenheit der grossen Namen gilt heute nicht mehr als Nachteil, sondern als Gewinn. Statt an der Epo- und Cera-Spritze zu hängen, knabbern die Hobbyfahrer Müesliriegel und beissen in Bananen. So was sorgt für ein dopingfreies Sporterlebnis ohne medialen und juristischen Muskelkater.

Nach dem neuen Hauptsponsor nennt sich der – nicht nur Radler elektrisierende Anlass – nun offiziell «EKZ Züri Metzgete» oder «EKZ Volksmetzgete». Als solche wird das Jedermann-Rennen bezeichnet. Finanzielle Zuschüsse und Unterstützung bekommen die Veranstalter des Rennens auch von mehreren Unternehmen und Privatpersonen aus dem Zürcher Unterland. Durch die Startgebühren von rund 80 Franken je Hobbyfahrer liesse sich das vom Radfahrerverein Zürich (RVZ) organisierte Grossereignis freilich nicht kostendeckend
durchführen.

Vielleicht wegen seiner grossen Vergangenheit, sicher aber wegen der guten Organisation erfreut sich die «neue» Züri Metzgete grosser Beliebtheit. Im letzten Jahr gingen in verschiedenen Kategorien gegen 700 Fahrerinnen und Fahrer ins Rennen – und das trotz zeitweise sintflutartiger Regengüsse. Mindestens ebenso viele Zuschauer hatten sich an der Strecke eingefunden, um die Spass- und Nachwuchsgümmeler anzufeuern. Und diese fühlten sich dadurch am Siglistorfer und am Regensberger wie die Stars an Mont Ventoux oder an der Alpe d’Huez.

An den regionalen Pendants zu den grossen Pässen dürften auch dieses Jahr wieder Fanpartys steigen. Am Regensberger etwa, mit einer Steigung von bis zu 15 Prozent, wird diesmal ein Orchester aus Zürich dafür sorgen, dass den Fahrerinnen und Fahrern so richtig der Marsch geblasen wird. Auf laute Unterstützung dürften nicht wenige Teilnehmer auch am Siglistorfer angewiesen sein: Der in Gümmelerkreisen auch zuneigend als «Sauhund» bezeichnete Hügel wehrt sich mit einer Steigung von bis zu 18 Prozent nach Kräften gegen die keuchende Meute auf Rädern.

Gesperrte Strassen in Buchs

Mit rund 1000 bis 1500 Teilnehmern rechnen die Veranstalter dieses Jahr. Maximal 2000 Fahrerinnen und Fahrer könnten aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen dabei sein. Streckenposten sorgen auf dem 49 Kilometer langen Rundkurs dafür, dass die Velosportler Vortritt geniessen können. Teile der Tour sind am Austragungstag für den übrigen Verkehr gesperrt und der Züri Metzgete vorbehalten. So etwa die Start-Ziel-Gerade in Buchs. Die Furttalstrasse wird für den Grossanlass dichtgemacht.
Anwohner und Durchreisende werden über Umleitungen durchs Furttal gelotst.Dort, wo das Rennen im Strassenverkehr stattfindet, müssen motorisierte Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen und Geduld aufbringen.

Pokale und Pasta

Am frühen Nachmittag ist der Spuk auf den Strassen vorbei. Bei Start und Ziel dauert das Fest aber an. Dort werden die Sieger der unterschiedlichen Kategorien geehrt. Die Zuschauer und die leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden – wie es sich für Freitzeit- Radsportveranstaltungen gehört – mit Pasta gefüllt.

Steffen Riedel
Originalartikel als
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