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Die Züri Metzgete gehört zum Unterland

Eine illustre Schar von Unterländer Persönlichkeiten hat sich zu den Freunden der Züri Metzgete zusammengetan. Die zwölf Herren aus Wirtschaft und Politik haben den Organisatoren der Züri Metzgete 24 000 Franken für das Grossereignis gespendet. Einerseits komme das Geld dem Radsport zugute, andererseits sei die Finanzspritze auch als Werbe-Investition für das Unterland zu verstehen. Besser als mit der Züri Metzgete könne man kaum auf die positiven Seiten dieser Region aufmerksam machen, glauben die «Gwerbler».

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Die Freunde der Züri Metzgete. Von links: Klaus Buschor,
Unternehmer aus Dielsdorf, Ralf Isken, Sparkassendirektor aus
Dielsdorf, Peter Tobler, Versicherungskaufmann und Politiker
aus Dielsdorf, Hanspeter Meier, Gastronom aus Regensdorf,
Guido Sigrist, Unternehmer aus Regensdorf, Werner Bosshard,
Unternehmer und Politiker aus Rümlang, Robert Habegger,
Unternehmer aus Regensdorf.

Die Freunde der Züri Metzgete, zwölf «Gwerbler» aus der Region, sind dem Velosport eng verbunden; elf von ihnen als Gümmeler, wie Radler sich unter ihresgleichen nennen, einer als überzeugter Begleitfahrzeug-Chauffeur: Robert Habegger, Inhaber und Geschäftsführer einer Auto-Garage in Regensdorf. Aus Berufung ist er lieber auf vier statt auf zwei Rädernunterwegs. Und ausserdem, so Habegger, «braucht ein wichtiger Anlass wie die Züri Metzgete auch begeisterte Zuschauer und Leute, die das Festzelt frequentieren».

Am 6. September wird nicht nur Habegger auf der 49 Kilometer langen Radrennstrecke fehlen, sondern alle zwölf Freunde. «Ferien», «nicht fit», «nächstes Mal wieder» heissts beim Treffen mit den sportlichen Herren. Dabei müssten sich die meisten kaum verstecken. Sie würden wohl manchem «Beat Breu für Arme» an Siglitorfer und Regensberger, den berüchtigten Steigungen der Tour, die Show stehlen.
Die Unternehmer, einige auch politisch aktiv, rackern sich nämlich nicht nur in ihren Buden und Ämtern, sondern regelmässig auch auf CO2-neutralen Rennmaschinen ab. So kommen bei einigen von ihnen im Jahr 4000 bis 6000 Kilometer im harten Sattel zusammen. Die Liebe zum Radsport und zur Züri Metzgete wäre mit dem Tachostand am Rennradlenker erklärt. Allerdings nur fast, denn um den Sport allein gehts den Gönnern bei ihrer 24 000-Franken- Spende an die Veranstaltung nicht. Der Regensdorfer Gastronom Hanspeter Meier erklärt: «Der Grossanlass fördert den Breitensport, er ist ein gesellschaftliches Ereignis in der Region, und er macht Werbung für das Unterland.»

Die Züri Metzgete sei das, was Politiker als Standortortmarketing bezeichneten, ergänzt Peter Tobler, Inhaber einer Versicherungs-Generalagentur und Gemeindepräsident in Dielsdorf. «Die Veranstaltung macht über die Grenzen unserer Region hinaus deutlich, dass das Unterland auch viel für die Freizeit und für die Lebensqualität zu bieten hat.» Die Züri Metzgete vermarkte die Region als Veloland, was sehr gut sei, so der radelnde Gemeindepräsident.
Zusammen mit Meier hat Tobler kürzlich die Gönnervereinigung ins Leben gerufen. Schnell seien zehn weitere Angefressene mobilisiert worden, so Tobler. «Niemand musste überredet werden, alle Angesprochenen waren sofort mit Herz und Seele dabei.» Rasch sei klar gewesen, dass man dazu beitragen werde, dass die Züri Metzgete 2009 auch finanziell gelingt.
Die Spende soll ein allfälliges Defizit der Veranstaltung abmildern, sagt der Dielsdorfer Unternehmer Klaus Buschor. «Unser Beitrag ist als kleine Geste zu verstehen. Ohne den Hauptsponsor gäbs den Anlass dieses Jahr wahrscheinlich nämlich nicht.»
«Wir sind eingesprungen, nachdem wir gehört hatten, wie schwer es nach der abgesagten Züri Metzgete 2007 war, jene von 2008 durchzuführen», ergänzt Tobler.

Tatsächlich steckte der Traditionsanlass damals in einer Finanz- und Sinnkrise. Wegen verschiedener Dopingskandale waren die Sponsoren ausgestiegen – die Züri Metzgete als Profirennen war gestorben. Die Austragung 2007 musste aus Geldnot gestrichen werden.
Neugeboren wurde die Züri Metzgete 2008 als Volks- und Nachwuchsrennen. Wiederbelebt durch den Radfahrer-Verein Zürich (RVZ) und durch den Hauptsponsor EKZ. Ausgetragen wurde sie dort, wo sie einst begann, im Zürcher Unterland. «Und hier soll sie nun auch bleiben», sagt der radsportbegeisterte Sparkassendirektor Ralf Isken aus Dielsdorf. «Die Züri Metzgete gehört zum Unterland.»

Steffen Riedel
Originalartikel als PDF