ZM text logo.png
Aktuelle Seite: HomeMedienMedienberichtePressearchiv 2009Die Liebe des Unterlands zur Züri-Metzgete

Die Liebe des Unterlands zur Züri-Metzgete

Diesen Sonntag rollt das rund 100-jährige Velorennen Züri-Metzgete durchs Unterland. Unternehmer aus der Region und die Gemeinde Buchs engagieren sich für den Event.

TA 20090903
Unternehmer Hanspeter Meier (l.) und Guido
Sigrist unterstützen das Rennen

Unterland. – Manch eine negative Schlagzeile musste der Radsport in den vergangenen Jahren über sich ergehen lassen. Aufgedeckte Dopingfälle schadeten dem Image. Dies bekam auch das älteste noch existierende Schweizer Radrennen – die Züri-Metzgete – zu spüren. War es vor 99 Jahren zum ersten Mal als Rennen für Amateure durchgeführt worden, erlangte es ab 1968 als Weltcuprennen Ruhm und Ehre – bis zum tiefen Fall 2006, als die Sponsorengelder schlagartig ausfielen. 2007 fand gar kein Rennen mehr statt.

Zurück auf ursprünglicher Strecke

«Die Züri-Metzgete darf nicht sterben», sagte sich nach dem Ausfall vor zwei Jahren eine Handvoll radbegeisterter Unternehmer aus dem Unterland. Nachdem das Rennen letztes Jahr in seiner alten Form neu lanciert worden war – mit geschrumpften Budget und ohne Profis, dafür auf der alten Radstrecke durchs Unterland – schlossen sich diese zur losen Gönnervereinigung «Die Freunde der Züri-Metzgete» zusammen und spendeten heuer 24 000 Franken an das 300 000 Franken teure Rennen des Radfahrervereins Zürich. Früher kostete die Durchführung mit den Profis noch 1,3 Millionen Franken. Hanspeter Meier, Mitinitiant und Inhaber des Restaurants Furtbächli in Regensdorf: «Ich kenne in meinem Kollegenkreis ein paar Veloverrückte, die sofort mitmachten.» Die meisten fahren jährlich bis zu 6000 Kilometern, so Meier. «Wir fanden es unterstützungswürdig, dass die Züri-Metzgete zurück zu ihrer alten Form gefunden hat.»

Den Gönnern geht es aber auch um das Vermarkten des Unterlands als Veloregion. «Das Unterland ist ideal fürs Velofahren», bestätigt Michael Ausfeld, OK-Präsident der Züri-Metzgete aus Zürich: «Es bietet beides: flache und hügelige Strecken.» Der Regensberger beispielsweise sei – nebst dem Siglistorfer – mit seiner 15-prozentigen Steigung eine Herausforderung für die 1000 angemeldeten Lizenzierten und Hobbyfahrer an diesem Wochenende. Je nach Kategorie fahren sie die 49 Kilometer lange Strecke zur Hälfte, einmal oder gar zweimal. «Der Regensberger tut aber sicher jedes Mal weh», so Ausfeld. Zur Auflockerung spielt in Regensberg dieses Jahr zum ersten Mal Berry’s Bigband auf. «Die Musik soll auch die Zuschauer aufmuntern», so der Präsident. Wie viele Personen diesen Sonntag am Strassenrand zu erwarten sind, sei schwer zu sagen. «Das hängt sehr stark vom Wetter ab.»

Buchs stellt Schulhäuser zur Verfügung

Auch die Gemeinde Buchs hat sich für das Volksrennen stark engagiert, allen voran Gemeinderat Thomas Vaccelli. Seine Verbindung zur Züri-Metzgete ist familiär bedingt: Ein Onkel seiner Frau – Bernard Flotron – war einer der Initianten bei der Neulancierung im letzten Jahr. Mitten in den Vorbereitungen starb er damals nach einer sonntäglichen Velotour. «Ich erinnere mich, wie mein Verwandter bei einem Besuch vorschwärmte, wie ideal die drei Kilometer lange gerade Zielstrecke von Otelfingen nach Buchs sei.» Deshalb will sich Vaccelli auch in Zukunft dafür einsetzen, dass seine Gemeinde der Zielund Startpunkt des Rennens bleibt.
Weiter stellt die Gemeinde ihre grosse Chilbi-Wiese für das Festzelt und diverse Stände zur Verfügung. Die Sportler dürfen zudem die Infrastruktur der beiden Buchser Schulhäuser Petermoos und Zwingert benützen. «Das Rennen ist auch für Buchs gut», so Vaccelli. Schliesslich mache es den Ort über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.
Auch für die zwölf Unternehmer, die sich als Sponsoren betätigen, dürfte sich die Investition lohnen. «Ich hatte ein gutes Echo», sagt beispielsweise Guido Sigrist, Unternehmer aus Regensdorf. «Das Engagement war eine gute Investition. Ich habe deswegen schon den einen oder andern Auftrag für meine Heizungsfirma bekommen.» Das blaue Tenü, welches die Unternehmer mit ihren Slogans darauf anfertigen liessen, trägt unterdessen auch ein befreundeter Veloklub aus Brugg-Windisch. «So hilft einer dem andern», sagt Sigrist. Am Rennen nehmen die zwölf Gönner aber nicht teil. Viele seien im Ausland. Für die andern gibt es ein Mittagessen «zum Netzwerken», sagt ein Unternehmer.

Von Manuela Moser
Originalartikel als PDF