ZM text logo.png
Aktuelle Seite: HomeMedienMedienberichtePressearchiv 2009EKZ Züri Metzgete 2009

EKZ Züri Metzgete 2009

Mit der EKZ-Züri-Metzgete zurück zu den Wurzeln

epa- Die traditionelle «ZüriMetzgete» hat nach dem Neustart im letzten Jahr wieder Fuss gefasst. Das älteste noch existierende Schweizer Strassenrennen wird am Sonntag, 6. September über die Strassen des Zürcher Unterland

zueri rundschau 003 01 front
Auch 99 Jahre danach lebt die «Meisterschaft von
Zürich» weiter mit Start und Ziel in Buchs.

Die «MvZ» wird als Rennen für Amateure wie bei der ersten Austragung vor 99 Jahren auf der Originalstrecke durchgeführt. Für die EKZ-Volksmetzgete werden 1200 Hobbyfahrer erwartet.

Meisterschaft von Zürich

Die Züri-Metzgete GmbH organisiert im Auftrag des Rechteinhabers (Radfahrer-Verein Zürich/RVZ) am ersten September-Sonntag das bekannteste Schweizer Strassenrennen. Die 49 km lange Strecke ist je nach Kategorie ein bis drei Mal abzufahren und führt von Buchs ZH über Dielsdorf durchs Zürcher Unterland bis zum Rhein an den Wendepunkt Kaiserstuhl und dann über die gefürchteten Steigungen von Siglistorf und Regensberg zum Start- und Zielort zurück. Wie 1910 bei der Première, als der legendäre Paul Suter gewann, stehen auch jetzt die Amateure und nicht die Profis im Mittelpunkt. Denn das Weltcuprennen fand letztmals 2006 statt als der spanische Olympiasieger Samuel Sanchez am Mythenquai als Solosieger eintraf. Neben der Amateur-Elite und den Frauen- und Nachwuchskategorien können auch die Hobbyrennfahrer zur EKZ-Volksmetzgete starten. Ob auf einer Runde ohne Zeitmessung oder in zwei verschieden starken Rennkategorien werden die «Gümmeler » die grössten Teilnehmerfelder bilden. Die Anmeldungen für die EKZ-Volksmetzgete werden bis 15. August entgegengenommen.

Die Geschichte der Züri Metzgete

Die Meisterschaft von Zürich (MvZ), die 2003 ihr 90. Jubiläum feierte, hat nicht nur eine lange, sondern vor allem auch eine wechselvolle Geschichte. Wie andere traditionsreiche Rennen, die aus dem Kalender verschwunden sind, drohte auch der Züri-Metzgete mehrmals das Aus. Doch glücklicherweise fanden sich, oft im letzten Moment, immer wieder Persönlichkeiten und Unternehmen, die dieser Schweizer Rad-Classique neues Leben einhauchten.

Der Ursprung der Meisterschaft von Zürich geht auf das Jahr 1910 zurück. Der Velo-Club Westfalen-Zürich hatte sich bei der Anschaffung eines neuen Sportanzuges finanziell übernommen und versuchte, mit der Durchführung eines Rennens die Schuldenlast los zu werden. Start und Ziel befanden sich in Schwamendingen beim Restaurant Blume. Das 50 km lange Rennen, das über Uster und Illnau zurück nach Schwamendingen führte, gewann Amateur Paul Suter.

Seit 1917 regelmässig

Regelmässig durchgeführt wird die Meisterschaft von Zürich erst seit 1917, dem Jahr, als der RC Westfalen Zürich mit der Radfahrer-Union Zürich und dem Racing-Club zum
Radfahrer-Verein Zürich (RVZ) fusionierte.

Höchste radsportliche Sphären

Unter dem risikofreudigen OK-Präsidenten Rolf Castelnuovo schaffte die Meisterschaft von Zürich 1968 den Sprung in die höchsten radsportlichen Sphären. Wie MailandSan Remo, Paris-Roubaix oder Lüttich- Bastogne-Lüttich zählte sie zum exklusiven Kreis der wichtigsten Eintagesrennen, zur so genannten Coupe du Monde, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Sportgruppen und Vorläuferin der heutigen ProTour.

15 Jahre lang stabil

Die zunehmende Kommerzialisierung des Sports und die stetig steigenden Ansprüche an die Organisation führten dazu, dass der RVZ allein nicht mehr über die personellen und finanziellen Voraussetzungen verfügte, um das einzige Schweizer Weltcuprennen bzw. ein- Tages ProTour- Rennen in eigener Regie organisieren zu können.  Um das Überleben zu sichern, mussten neben hunderten von freiwilligen Helfern starke, professionell ausgerichtete Partner gefunden werden. Ein Konsortium mit Tour de Suisse-Direktor Sepp Voegeli, Noldi Wehrle von der Sportinformation und Roland Hofer, dem heutigen Generalsekretär des Europäischen Radsportverbandes, unterstützt von der TA-Media AG als Geldgeber, sorgte ab 1977 während 15 Jahren für eine stabile Phase.

Orgateam wird gegründet

Nach dem Tod von Voegeli und dem Rückzug des Zürcher Verlagshauses 1992 drohte der Züri Metzgete jedoch erneut das Aus. In die Bresche sprang der Sportjournalist Serge Lang mit seiner Basler Sportvermarktungsagentur Sportcom. Lang, der die MvZ kurzerhand in Grand Prix Suisse umtaufte, das Rennen in Basel starten und auf der Rennbahn Zürich-Oerlikon ankommen liess, zeichnete bis 1998 als Organisator, ehe es zum definitiven Bruch mit dem RVZ kam. Dort hatte man das so genannte Orgateam gegründet, eine kleine aber effiziente Gruppe mit unternehmerischen Fähigkeiten, von der Generalversammlung des Vereins mit sämtlichen Vollmachten ausgerüstet, um in Bezug auf die Züri Metzgete autonom arbeiten und entscheiden zu können.

Upsolut übernimmt

Auf die Sportcom folgte die Genfer Daniel Perroud Organisation. Nachdem der Dreijahresvertrag nicht verlängert wurde, erfolgte ab 2002 die Organisation unter der Federführung der Hamburger Sportvermarkungs-Agentur Upsolut, die u.a. auch für das Hamburger Weltcuprennen HEW-Cyclassics und die Deutschland Tour verantwortlich zeichnet.

Organisation der Züri Metzgete erneut in neuen Händen
Nach dem Rückzug der Agentur Upsolut als Organisator und der Gründung der Züri Metzgete GmbH durch den RVZ anfangs 2005 übernahm Marco Canonica als deren Direktor die Organisation der Züri Metzgete.
Im Jahre 2007 konnte die Züri Metzgete aus Mangel an Sponsoren nicht stattfinden. Überdies erfuhr man bereits im Jahr 2006 einen Verlust. Nicht zuletzt die ständigen Dopingmeldungen zwangen zu einem radikalen Umdenken und einer Neukonzeption, die zu der jetzigen «neuen» Züri Metzgete führte.

Streckenführung

Im Laufe der Jahrzehnte erlebte die Züri Metzgete zahlreiche Umzüge. Am Anfang wurde der Sihlquai hinter der Kunstgewerbeschule als Start- und Zielgelände benutzt. Gegen Ende der fünfziger Jahre wurde an die Hardturmstrasse beim GC-Fussballstadion umgezogen. Nach dem Hardturm wurde nach Oerlikon an die Birchstrasse disloziert, wo erstmals auch ein MvZ-Prolog ausgetragen wurde. Allerdings blieb man an jener Stätte nicht lange, die neue Zielanlage wurde in Neu-Affoltern an der Furttalstrasse installiert. In der Ära Sepp Voegeli wurde an die Wallisellenstrasse beim Hallenstadion gewechselt.

Start in Basel

Dieser Wandel prägte auch die Streckenführung der Züri-Metzgete. Während vielen Jahren war nach einer Einrollphase durchs Zürcher Oberland die Passage des Regensbergers der neuralgische Punkt des Rennens. Schliesslich beschränkten sich die Organisatoren auf eine 48 km lange Schlaufe im Zürcher Unterland. Die einschneidendste Änderung trat ein, als der Sportjournalist Serge Lang 1993 das Zepter übernahm. Für ihn musste ein richtiges Strassenrennen von A nach B führen. Also verlegte er den Start nach Basel und die Ankunft auf die Rennbahn ZürichOerlikon.

Rundstrecke wird neu gewählt

Gegen seine Vision, das Rennen, das er inzwischen in Grand Prix Suisse umbenannt hatte, von Basel nach Gippingen und zurück in die Rheinstadt laufen zu lassen, wehrte sich der RVZ mit Erfolg. In enger Zusammenarbeit mit den Zürcher Behörden und mit dem Segen des Radsport-Weltverbandes (UCI) wurde ab 1999 erneut eine Rundstrecke gewählt, diesmal rechts vom Zürichsee, topographisch sehr anspruchsvoll und mit dem Aufstieg zum Pfannenstiel als Haupthindernis.
Für diese Lösung sprachen vor allem zwei Gründe: Ein Rundkurs schafft optimale Voraussetzungen bezüglich der Sicherheitsmassnahmen und er ist für die Zuschauer spektakulärer. Ab 1999 befand sich das Start- und Zielgelände am Utoquai, unweit vom Bellevue in Zürich.

Start und Ziel in Buchs/ZH

Mit der neuesten Auflage der Züri Metzgete stützen sich die Organisatoren nicht nur auf eine altbewährte und attraktive Streckenführung. Vielmehr ging es auch darum die Rennen so zu platzieren, dass einerseits ein möglichst hoher Sicherheitsstandard gewährleistet werden kann. Andererseits wurde auch darauf geachtet, den HauptVerkehrsströmen in der Agglomeration Zürich auszuweichen. Mit Start und Ziel in Buchs/ZH wurde eine Lösung gefunden, die diesen Anforderungen gerecht wird.

Mit dem Auftritt der EKZ als Titelsponsor läuft die Metzgete nun unter der Bezeichnung EKZ Züri Metzgete und EKZ Volksmetzgete.

zueri rundschau 006 02 aktuelles zueri rundschau 006 02 aktuelles2zueri rundschau 006 02 aktuelles3

Originalartikel als PDF: Seite 1, Seite 2