Nichts deutete darauf hin, dass ein grosses Rennen mit grosser Geschichte geboren würde, als am 28. Mai 1910 morgens um fünf Uhr 76 gemeldete Fahrer in Schwamendingen zur ersten «Meisterschaft von Zürich» starteten. Die schlechten Strassen auf dem zweimal zu befahrenden Rundkurs (Uster – Pfäffikon – Töss – Tagelswangen – Schwamendingen) hatten Stürze und platte Reifen zur Folge. Mit dem damals erst 18-jährigen Paul Suter gewann ein Fahrer, der danach eine beeindruckende Profikarriere hinlegte, die ihn bis zum Weltmeistertitel bei den Stehern führte.
Es dauerte drei Jahre bis zur zweiten Meisterschaft von Zürich, die ebenfalls noch als reines Amateur-Rennen ausgetragen wurde. Ab der dritten Austragung 1914 waren dann aber auch Berufsfahrer zugelassen («Geldpreisfahrer», im Gegensatz zur Amateur-Kategorie der «Wertpreisfahrer»).
Weil es auf den Naturstrassen immer wieder zu Massenstürzen kam und viele Fahrer mit blutenden Wunden das Ziel erreichten, erhielt die MvZ schon früh den Namen «Züri-Metzgete». «Das sieht ja aus wie bei einer Metzgete», soll ein Zuschauer gesagt haben. Vielleicht kommt diese Bezeichnung aber auch daher, dass sich die Fahrer in diesem wichtigen Rennen nichts schenkten.
Nach einem Unterbruch wegen des Ersten Weltkriegs ging es richtig los ab 1917, als sich der aus dem VC Westfalen entstandene Racing-Club mit der Radfahrer-Union und dem VC Adler zum Radfahrer-Verein Zürich als Organisator dieses Rennens zusammenschloss.
Die Metzgete war ab da stets ein grosses Rennen mit grossen Siegern, und mit der Aufnahme ab 1968 in den UCI-Weltcup errang sie definitiv den Status eines Klassikers – ein Rennen mit einer ähnlichen internationalen Ausstrahlung und Prestige wie etwa Mailand–San Remo, Paris–Roubaix, die Flandern-Rundfahrt, Lüttich–Bastogne–Lüttich oder die herbstliche Lombardei-Rundfahrt…
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